Stadtpark Hamburg

02.08.2015 – Stadtpark Hamburg

Niklas
IMG_5833-1Auf geht’s an einem sehr sonnigen und schönen Tag über verstopfte Autobahnen nach Hamburg zu unserem ersten Open-Air-Unplugged-Auftritt. Dass die Parkplatzfindung in Hamburg etwas komplizierter ausfällt kann man sich wahrscheinlich denken. Als mich dann also Basti auf den freien Parkplatz auf der anderen Straßenseite aufmerksam gemacht hat war für mich klar: jetzt oder nie! Schnell an der nächsten Kreuzung gedreht und durchgedrückt. Und da war sie: die, auf die ich schon so lange gewartet hatte:
Elegant, nicht zu groß, und noch frei. Meine Parklücke. Etwas bewachsen, aber daran kann man ja arbeiten. Also ausgeholt und mit einem lauten „YOLO“ und etwas zu viel Gas auf den Grünstreifen. An die nächsten 10 Sekunden kann ich mich nur schwammig erinnern. Auf jeden Fall gab es eine Mischung aus einem riesigen Knall, dem Geräusch was entsteht wenn man bei einem 2-Meter-Bleistift die Mine abbricht und einem äußersten überraschtem Einatmen meiner drei Beifahrer.

Die beiden Baumstümpfe, die aus dem akribisch platt gemachten hohen Gras hervorblitzten, haben also meine gesamte Fahrzeugvorderseite zerstört und sich unter mein Auto gebohrt. Das wusste ich zu dem Zeitpunkt natürlich noch nicht. Naiv, davon ausgehend, dass sich mein Flitzer 2 – 3 kleine Schrammen eingefangen hat erfasste ich flink wie ein Wiesel die wohl beste Entscheidung meines jungen Lebens. 3 cm zurück und nochmals einen halben Meter nach vorne.
An dieser Stelle entschied ich mich zur Flucht und für den Parkplatz an der nächsten Straßenecke. All das passierte für mich ziemlich parallel.

Basti
„Yolo“, ich wusste schon immer das „Yolo“ voll „Yolo“ schief geht, Niklas anscheinend nicht. Und das ( You only live) “once” hat er wohl auch nicht ganz kapiert, denn er brettert gleich twice mal auf diese bescheuerten Baumstümpfe. Nachdem er uns daraufhin wie ein Fünfjähriger angeguckt, den Rückwärtsgang eingelegt und sich einen Parkplatz am Ende der Straße gesucht hatte, als ob nichts gewesen wäre, wusste ich nicht ob ich lachen oder weinen sollte. Ich entschied mich dann aber recht schnell dafür ihn auszulachen. Yolo halt.

Nachdem wir also enIMG_5665-1dlich einen Parkplatz gefunden hatten, standen wir im nächsten Moment in dem unglaublich großen und schönen Hamburger Stadtpark.

Mit der ersten Runde Gegrilltem begann die Band “Thrashkat” mit einem kurzen aber sehr intensivem Set. Witziger Haufen, mit super Vocals!
Danach folgten wir mit einem ebenso kurzem Set. Da war sich die Pop-Punk Fraktion mal wieder einig.
Die letzte Band, “This is a Journey”, griffen hingegen auch mal tief in die Cover-Schublade. Die haben Niklas und mich sogar zum mitklatschen gebracht, obwohl wir doch eher so die Kopfnicker sind!

Da wir darauf drängten machte unsere treue Merchverkäuferin und Fotografin Padde vor der Abreise noch ein Andenkenfoto vor dem Planetarium. Scheiß Touris – Dachte sich wohl auch die geschlossene Gesellschaft mit ihren Sektgläsern in der Hand, als sie uns erblickte. Wir bekamen weder was von dem Sekt ab, noch eine Führung durchs Planetarium, Frechheit. Und das obwohl wir unser freundlichstes Gesicht aufgesetzt hatten.

Unbenannt-2Wir freuen uns riesig, dass wir (mit einem anderen und größeren Auto) bald wieder kommen dürfen, wann ist noch geheim!

Auf der Rückfahrt mussten wir übrigens noch die Stoßstange festkleben. Und den Unterboden flicken, der war ein bisschen kaputt, schleifte beim Fahren über den Asphalt und erzeugte dabei Geräusche, die nach sterbenden Katzen klangen, jedenfalls guckten uns die Leute so an. Aber das war schnell behoben, Ich liebe Duct Tape!

Vielen Dank an alle Zuhörer!
Vielen Dank an alle Verpfleger!
Vielen Dank an die halbe Rolle Duct Tape, ohne die wir wirklich nicht angekommen wären!
Vielen Dank an unsere Reisebegleitungen Padde und Suse!
Vielen Dank an Thrashkat und This is a Journey!

Einen riesigen Dank an die liebe Cindy!

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WandelBar & Sommerfest Stadtfeld

24.07.2015 – WandelBar (Detmold)

Basti
Donnerstagabend – Ein fröWandelBarhliches „Moin Jungs, habt ihr Zeit morgen nen Akustikgig in Detmold zu spielen?“ schallt Niklas und mir aus dem Handylautsprecher entgegen. Normale Menschen hätten in dieser Situation mit „ja, erzähl mal mehr“ geantwortet, um einen Auftritt vorbereiten und planen zu können, insbesondere wenn dieser spontan am nächsten Abend stattfinden soll. Wir hingegen entschieden uns dafür nach einem „Jo!“ erst einmal aufzulegen, um unseren Fehler 10 Minuten später zu bemerken und Björn leicht panisch zurückzurufen, um wenigstens die Uhrzeit und die Location in Erfahrung zu bringen, in der wir unsere Künste zum Besten geben sollen. „Planung at its best!“

Und so verschlug es uns nach Detmold in die wunderbare WandelBar.

Ein herzlicher Empfang mit Bier, Maracujasaftschorle und exzellentem Flammkuchen ließ unsere Herzen höher schlagen und als wir einer Diskussion über ein „voll ekelhaft langes Nasenhaar“ des „Singer-Songwriter“-Trios um Dustin Warmuth beiwohnen durften, fühlten wir uns gänzlich Zuhause angekommen. Gespannt konnten wir die Entfernung des Nasenhaares aus nächster Nähe mitverfolgen und freuten uns über ein „Warte, ich mach das!“ auf das ein „Aua, das tat voll weh, guck mal ich heule!“ folgte. Diese Singer-Songwriter sind schon ein putziges Volk. Wem genau das Nasenhaar entfernt wurde dürfen wir allerdings nicht verraten, dass unterliegt der ärztlichen Schweigepflicht.

Gesättigt und bester Laune war es dann gegen 21 Uhr an uns die WandelBar mit unserer Gitarrenkunst zu unterhalten. Mit Niklas Begrüßung „Wolltest du was sagen?“ und meiner Antwort „Hä, nö! Ich hab ja nichts zu sagen!“ stellten wir auch gleich klar, dass hier nur Profis am Werk sind! Die Besucher der WandelBar bewiesen Humor und feierten mit uns einen sehr schönen Abend zu akustischen Klängen. Nach unserem Auftritt konnten wir bei einer weiteren Maracujasaftschorle unter Kerzenschein Dustin Warmuth lauschen und die romantische Stimmung auch als Zuschauer genießen.

Ein fettes Danke an alle Besucher, an Dustin und an die netten Betreiber der WandelBar, es war wunderBar bei euch!

25.07.2015 – Sommerfest Stadtfeld (Hildesheim)

Niklas
Am nächsten Tag erwachte ich nach einer erholsamen Nacht in Bad Pyrmont und bereitete mit Björn ein exquisites Katerfrühstück vor. Basti stieß wenig später völlig verpennt zu uns. Auf meine Frage, ob er auch einen Kaffee möchte, antwortete er mir mit „hmjahm“, ich machte ihm trotzdem keinen. Zudem stellte sich heraus, dass Björn und Bastian eine grundsätzlich verschiedene Definition eines „5-Minuten-Ei“ vertreten, paradox!

Eine kalte Dusche später ging es dann mit einem unguten Gefühl in Richtung Hildesheim. Nicht etwa, weil ich noch mein Auto volltanken musste – am Ende des Monats (!) – sondern weil der Himmel dunkler war als der mit Ästen und Blättern bedeckte Asphalt dorthin. Auch Dennis Anruf „Ey Jungs, hier in Mardorf geht gerade son bisschen die Welt unter! Aber ich fahre jetzt los, wir treffen uns da!“, tat dem flauen Gefühl in meiner Magengegend keinen Abbruch.

 Stadtfeld Kickboxen„In 200 Metern haben Sie ihr Ziel erreicht.“ Ich denke kurz drüber nach auf Siri umzusteigen. Tatsächlich offenbarte sich zwischen zwei Häuserblocks ein buntes Treiben. Gutes Navi. Etwas verwirrt mit einer romantisierten Vorstellung eines Stadtfestes im Gepäck ging es auf den Grünstreifen zwischen Hausnummer 47 und 49.

Ganz nach dem Motto „ Gute Nachbarschaft“ hat hier anscheinend

jeder was mitgebracht. Sei es das ansässige Kickboxteam mit einer Kampfeinlage oder die nette Nachbarin mit ihrem selbst gemachten Couscous. Sonne. Noch. Also erst einmal was essen!

„Seid ihr aufmerksam?“ Fragt uns ein ziemlich unauffälliger junger Mann.

Handy, Portemonnaie, Autoschlüssel. Puh, noch alles da.

Zauberer Stadtfeld„Ja ich denke schon“ murmle ich in mich rein. Er stellte sich als aufstrebender Zauberer heraus und präsentiert uns einige seiner neusten Tricks. Handy, Portemonnaie, Autoschlüssel. Tatsächlich konnte ich mich schwer konzentrieren. Immer prüfend ob noch alles da sei. Was ich wohl mit einer Zauberei-Begabung machen würde. Handys, Portemonnaies und Autoschlüssel wahrscheinlich.

Dennis und Björn hingegen waren fasziniert von den zwei kleinen roten Schaumstoffbällen, die sich plötzlich in Dennis Hand befanden. Bastian war am essen. Es war reinste Magie!

Immer mehr hatte ich das Gefühl, dass das was wir gleich auf der Bühne darbieten würden irgendwie nicht aufregend genug sei. Und dann auch noch schwarze Wolken.

 Es folgte Regen, Wind und die nächste Portion Gegrilltes.

 „Wir spielen! Wir sind doch Punkrocker!“ Nach einer kurzen Absprache mit Raise Your Voice – der anderen Band – entschieden wir uns also in unserem jugendlichen Leichtsinn auf die Bretter zu steigen und unsere geliebten Verstärker und Trommeln unter offenem Himmel, notdürftig mit Müllsäcken bedeckt, aufzubauen. Ganz wohl war uns nicht – besonders Basti war die Angst um sein Baby regelrecht ins Gesicht geschrieben! Vielleicht hab ich es auch einfach gut überspielt.

 Da die nächste Wolke schon im Anmarsch war, ging alles ein bisschen schneller: Einklinken, „alle laut genug?“, „sach mal hört ihr mich da vorne?“ Im Verlauf unseres leicht verkürzten Sets stellte sich heraus, dass die vielen Kinder in der ersten Reihe Musik normalerweise etwas leiser genießen. Als Wiedergutmachung sangen wir dem am tiefsten empörten Mädchen ein Geburtstagsständchen – Wir wollen ja keinen Geburtstag verderben! – Im Anschluss drehte ich meinen Verstärker noch ein bisschen lauter.

Nach etwa 20 Minuten war es dann soweit: der Regen kam. Im Augenwinkel sah ich, wie Basti nervös seine Mülltüte beobachtete. Wir spielten schnell zum Abschluss „Coming Home“. Verregnet war dies für mich der perfekte Abschluss eines wirklich einmaligen Auftritts.

 Einen riesigen Dank an dieser Stelle an alle Stadtfelder die dieses Sommerfest möglich gemacht haben, an Raise Your Voice und an die Feuerwehr die uns mit einem Wetterradar auf dem Laufenden gehalten haben!

Coming Home

Cover

Artwork der Single “Coming Home”

Coming Home – Der Weg Nachhause

Veränderung. Jeder unserer Schritte trägt unseren Namen, doch verblassen die Fußspuren die wir hinterlassen mit der Zeit. Wir sind nicht mehr die, die wir einst waren. Kennen nicht mehr die, die wir einst kannten und haben den Glauben an das verloren, an das wir zuvor glaubten: Freunde, Familie, Liebe, Träume oder letztendlich uns selbst.

Denn nicht jeder Schritt Richtung Glück, ist ein Schritt vorwärts. Von Zeit zu Zeit liegt der richtige Weg bereits hinter uns. Es ist der Weg, den wir beschreiten wollen, doch zu dem uns zu oft der Mut fehlt.
Dieser Weg heißt Coming Home.


Lyrics

I walked the long way home,
I’ve forgotten all the trails I used to know.
i try to recall the access road
And every word we ever spoke.

But I’m coming home i swear
To every dying streetlight
burning soft and low
on the pavement
where i’m sitting next to you

I am just a frame without a picture
And everything I throw,
Just comes back again.
your walls are too thick,
I tried to get through to you,
even though you´re not there

But I’m coming home i swear
To every dying streetlight
burning soft and low
on the pavement
where i’m sitting next to you
i swear
To every dying streetlight
burning soft and low
on the pavement
where i’m sitting next to you

And I remember
all the past times
that we spent together
And I remember
all our humble wishes
that kept us warm
This is where we came from
You’re  just that picture waiting for
the right frame
is this the right place?
This is the right place
please let me get back through to you

But I’m coming home i swear
To every dying streetlight
burning soft and low
on the pavement
where im sitting next to you
I am just a frame without a picture
I´m coming Home


Über das Artwork

Das Cover zu “Coming Home” bildet einen vermeintlich Heimkehrenden ab, der in der Nacht vor einem hell erleuchtetem Haus steht. Bei genauerer Betrachtung fällt auf, dass sich hinter der geöffneten Tür nicht das erwartete warme Zimmer, sondern die kalte, dunkle Nacht erstreckt, an deren Horizont sich das Licht der Laterne wiederfindet, die neben ihm den Bürgersteig erhellt. Der Heimkehrende scheint in einer Art Zeitschleife festzustecken.

Beim Cover war ich sehr lange auf der Suche. Ich begann mit einigen kleinen Skizzen zum Thema “Heimkehr” – das war nicht mit Erfolg gekrönt, auch weil ich eine deutliche Abgrenzung zu ” Fifth Wheel” schaffen wollte. Kurz vor dem Schlaf (nach einer durchzockten Nacht)  kam mir dann die Erleuchtung.

- Niklas

 


 

Das Musikvideo

Verschiedene “Stationen” in seinem Leben zu bereisen, nicht an einem Ort zu verweilen und doch unumgänglich von Zeit zu Zeit dort wieder anzukommen, wo alles begann. Den Gedanken der stetigen Veränderung  auch in “Bildern” festzuhalten war uns wichtig, weswegen sich die Phase der Ideenfindung bei “Coming Home” zu einem wahren Erguss kreativer Freizügigkeit entwickelte.

Dieser Freizügigkeit war bedauerlicherweise auch der nahende Nervenzusammenbruch unserer Coaches des Showbox-Projektes geschuldet, in dessen Rahmen wir eine professionelle Videoproduktion umsetzen durften – an dieser Stelle nochmal sorry!
Niklas kam auf die Idee “Vergänglichkeit” darzustellen, indem man die Einrichtung eines Hauses zerstört, es flutet und auf herumtreibenden Möbelstücken abwechselnd als Band auf den Instrumenten spielt und verschiedene Begegnungen zwischen einzelnen Personen darstellt.
Auch mit dem Hintergrund, dass wir bei aller Ernsthaftigkeit und Melancholie von Coming Home unsere “Asitüde” als “Pop-Punk-Band” wahren müssten, um noch ernst genommen zu werden.

Leider stellte sich heraus, dass das uns zur Verfügung gestellte Budget für solch bescheidene Vorstellungen nicht ganz ausreichen würde und wir uns doch bitte ernsthaftere Gedanken machen sollten (Die Frage, ob man uns ins Hirn geschissen hat, blieb unausgesprochen im Raum stehen). Von der Idee sind wir jedoch nach wie vor überzeugt!
– kurz gesagt: Wir hatten Anfangs wiedermal keinen Plan, der sich unter 10.000.000 Euro umsetzen ließe.
Doch die Inspiration liegt bekanntlich vor der Haustür.

Hannover war mit seiner Abwechslungsreichen Kulisse wie Geschaffen einen Kontrast zwischen Stetigkeit und Veränderung zu schaffen (Ist so! Und wer da anderer Meinung ist kann uns mal! Wir hatten garkeine Wahl, Hannover ist geil!) und ermöglichte uns, unsere Geschichte von “Coming Home” durch unsere Heimatstadt zu führen.

Zu Beginn des Musikvideos ist die Ankunft an einer neuen “Station” im Leben durch das Verlassen einer U-Bahn Station dargestellt. Die darauffolgenden stetig wechselnden Hintergründe beschreiben eine Reise, auf die sich jeder von uns begibt, die Reise des Lebens. Manchen Orten wohnt wiederkehrend eine wichtige Verbundenheit inne und Menschen die an einem Ort nur unscheinbar im Hintergrund stehen, spielen zu einer anderen Zeit, an einem anderen Ort, eine umso bedeutendere Rolle.
Hierbei zeigt die unveränderliche und stetig gleichbleibende Person (Niklas) im Vordergrund auf, dass wir augenscheinlich glauben, immer der gleiche Mensch zu sein, was sich jedoch als Trugschluss herausstellt.  Ein Blick in die Vergangenheit, welche durch die Schwarz-Weiß gehaltenen Eindrücke verkörpert wird, führt uns vor Augen,  dass wir uns mit der Zeit verändern, doch es niemals zu spät ist, nach Hause zurückzukehren.

 


 

Coming Home  was written and recorded by Failed at Scoring © 2015
Lyrics written by Niklas Strecker & Bastian Kühn
Recorded by Björn Bruns at Burns Production Studios, Bad Pyrmont, Germany
Mastered by Florian Richter at Studios 301, cologne, Germany
Album Artwork by Niklas Strecker